Gasthaus „Zum Bötchen“

das Gasthaus "Zum Bötchen" war an der südlichen Gemeindgrenze in Lappenhausen an der Ruhr. 
Inhaber war Peter Krämer, das ganze wurde abgerissen im Jahre 1967 wegen Gewässerschutz an der Ruhr.

Schon 1950 beschloss Krämer auf Lappenhausen eine konzessionierte Gaststätte in der ehemaligen Fremdarbeiterunterkunft einzurichten, nachdem er die Wohnung wieder ins alte Gutshaus verlegt hatte. Gleichzeitig legte er auf dem Hofgelände hinter der Gaststätte,
über der Terrassenmauer, einen Biergarten mit Tanzfläche an. So wurde seine Gaststätte
„Zum Bötchen“, wie Krämer sie getauft hatte, ein beliebter Treffpunkt für Ausflügler und Wassersportler. In den Fünfziger Jahren beschloss Peter Krämer seine Aktivitäten auszuweiten. Er beantragte und erhielt eine Baugenehmigung für 21 Wochenendhäuser,
die, wegen der Gefährdung durch die alljährlich auftretenden Ruhrhochwasser, in Linie auf dem Gräftenwall des ehemaligen östlichen Stauteiches und auf kleinen „Wurten“ vor der Trockenmauer und in den Hang der Uferterrasse gebaut werden sollten. Dies verhinderte freilich nicht, dass die kleine Laubenkolonie bei extremem Hochwasser manchmal trotzdem
„nasse Füße“ bekam.
Krämer baute die Häuser jedoch nicht auf eigene Rechnung, sondern verpachtete nur die einzelnen Parzellen an die Interessenten, die dann dort, ihre, nach der Bauvorschrift, mit Baumschwarten verkleideten Wochenendhäuser errichten konnten. Die große Wiese zwischen den Hausreihen, der Grund des ehemaligen Stauteiches, wurde für Freizeitaktivitäten und als Zeltplatz genutzt. So entstand ein kleines Paradies mit hohem Freizeit- und Erholungswert. Nach
dem plötzlichen Tode von Peter Krämer, im Jahre 1960, wurde die Gaststätte von seiner Frau
Maria weiter geführt.
Aber bald schon kündigte sich Unheil an. So hatten die Dortmunder Stadtwerke 1964 das
gesamte Lappenhausener Areal erworben. Aus Gründen des verschärften Gewässerschutzes
sollte jeglicher Publikumsverkehr aus der Wasserschutzzone I, dem Trinkwassergewinnungsgelände, verbannt werden. So wurde als erstes das Einsetzen der Boote in den Ruhrgraben untersagt, worauf sich die Wasserfreunde ein anderes Unterkommen suchen mussten. Auch die Wochenendhäuser mussten aus der Ruhraueverschwinden. Dies bedeutete das Ende für das kleine Freizeitidyll Lappenhausen, Gleichzeitig wurde Maria Krämer mitgeteilte, dass Ihr Pachtvertrag, der 1967 auslief nicht verlängert wird.
So musste Maria Krämer 1967 Lappenhausen verlassen




Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter: