Feuersteindolch in der Vierbecke

per E-Mail am 13.6.2017 von Michael Becker, Fröndenberg (steinzeit@gmx.net):

Sehr geehrte Frau Blennemann,

auf eine Rückmeldung bzgl. des Feuersteindolches haben Sie sicherlich schon gewartet. Die direkte Übergabe an Prof. Baales von der LWL-Archäologie Außenstelle Olpe für den Reg.bezirk Arnsberg (http://www.lwl-archaeologie.de/ueber-uns/fachbereiche-der-bodendenkmalpflege/aussenstelle-olpe) hat sich durch Terminprobleme verzögert, ist aber inzwischen gelungen.

Die angehängte Karte zeigt registrierte archäologische Fundstellen in Opherdicke – die Frage „Ardey???“ kam dadurch zustande, dass zeitgleich Funde aus Fröndenberg-Ardey von mir vorgelegt wurden – ließ sich aber schnell klären. Hier die erste Reaktion von Prof. Dr. Baales:

der Dolch ist ja sehr schön, deutlich abgearbeitet. Spitze und Schaft sind unterscheidbar. Ich bin noch mit dem Rohmaterial unsicher, vermutlich aber Baltischer Feuerstein in Grundwassernähe patiniert.
Beim Übungsplatz „Vogelsberg“ hat 1979 ein Herr Kremer ein paar Flinte /Beil gefunden.

Hier der Text zur Dokumentation bei der LWL-Archäologie:

Altfund, unbekannter Finder um 1985

via Vorsitzende des Histor. Vereins Holzwickede, Frau Monika Blennemann 2.4.2017

M. Becker: Sie habe das Artefakt von einem nicht genannten Mann erhalten, der es in einer Baumwurzel auf dem Truppenübungsplatz Hengsen nahe der Gräfte des früheren Hauses Vierbecke ca. 1985 gefunden habe. Da es damals dort noch militärisches Sperrgebiet war, nehme ich an, dass der damals noch junge Finder auf der Suche nach Militaria unterwegs war. Das sonst gut erhaltene Stück sei ihm zuhause hingefallen, die abgebrochene Spitze hat er sichtbar wieder angeklebt.

Frau Blennemann möchte das Stück demnächst in der örtlichen Heimatstube am Haus Opherdicke (früherer Besitz der Familie) präsentieren.

Unter 4511,61 sind bereits steinzeitliche Funde registriert; der Dolch wird hierunter – als unsicherer Fundpunkt – geführt.

Kurze Dolchklinge mit an einer Kante deutlich abgesetzter Schaftzunge. Dieser Bereich auch etwas dicker und grober gearbeitet. Die Schneide sicher immer nachgearbeitet. Braun patinierter Feuerstein, sehr bryozoenreich, sicher Baltischer Feuerstein Grundwasserpatiniert (Fundort Nähe der Teiche!), Forssander Typ I; Endneolithikum; Spitze etwas abgebrochen; L: 10,4 cm; D: 2,9 cm; B max: 0,9 cm ZEICHNEN / FOTO

Endneolithikum bedeutet für unsere Region etwa 2000 v. Chr. Das gute Stück wird nun gezeichnet und fotografiert – evtl. auch in einer Fachzeitschrift publiziert. Über den Fortgang halt ich Sie gern auf dem Laufenden.

Nochmals herzlichen Dank für die Ausleihe!

Mit schönen Grüßen

Michael Becker/Fröndenberg


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